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Tag der Arbeit 2019: die schönste Nebensache der Welt

Gefühlt mag es anders sein, doch rein statistisch ist Arbeit längst weniger als das Viertelleben: Ein erwachsener Mensch verbringt im Durchschnitt etwa 8000 Tage im Bett; 4300 Tage plaudert und entspannt er mit seinen Liebsten, und an rund 3700 Tagen geht er einer Lohnarbeit nach. Das sind gerade mal 16 Prozent eines Erwachsenenlebens. Am heutigen 1. Mai, an dem viel über Fluch und Segen des Lohnerwerbs diskutiert wird, sollten wir nicht vergessen: Arbeit ist letztlich eine der schönsten Nebensachen der Welt – gelingt es einem, diese so produktiv, glück- und sinnstiftend wie möglich zu gestalten!

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Genau das hat sich auch Jurgen Appelo, Autor von Managing for Happiness, gedacht: Zwei Drittel aller Angestellten weltweit sind unzufrieden mit ihren Jobs – und leisten deshalb deutlich weniger. Dabei gibt es einige simple Verhaltensweisen, mit denen Sie Ihre Mitarbeiter glücklich(er) machen können: Zeigen Sie Dankbarkeit; bitten Sie um Hilfe und nehmen Sie diese an; verteilen Sie die Arbeit und Verantwortung auf so viele Schultern wie möglich.

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Reinhard K. Sprenger geht in seinem Klassiker Das Prinzip Selbstverantwortung noch einen Schritt weiter: Jeder sei für sein eigenes Glück oder Unglück verantwortlich, stellt er gleich zu Anfang klar. „Der blöde Chef“, „die ollen Kollegen“ – alles dumme Ausreden. Fest steht: „Sie haben Ihre berufliche Situation, so wie sie jetzt ist, frei gewählt.“ Also müssen Sie verändern, was Sie können, und verlassen, was sich nicht ändern lässt. Niemand kann Sie zu mehr Engagement zwingen. Vielmehr sollten Sie freiwillig selbst Verantwortung übernehmen, im Job und für Ihr Leben.

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Anja Wilhelm spricht in ihrem Artikel Bored out hingegen einen blinden Fleck in der Motivationsliteratur an: Alle sprechen über die Gefahren des Burn-outs, doch nur wenige über den Leistungshemmer Langeweile. Schlampige Anforderungsprofile, mangelhafte Einarbeitung oder einengendes Führungsverhalten können Unterforderung im Job nach sich ziehen. Wenn Sie bei sich oder einem Mitarbeiter Anzeichen eines Bore-outs feststellen, dann führt Sie folgende Frage auf direktem Weg zum Problem: „Was muss passieren, damit die Leistung noch schlechter wird?“.

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Die umgekehrte Frage stellen sich einige Unternehmen, die Sarah Lambers in dem Artikel Kann weniger mehr bringen? vorstellt: zum Beispiel die Firma Rheingans Digital Enabler aus Bielefeld, in der statt von 9 bis 17 Uhr nur von 8 bis 13 Uhr gearbeitet wird – und zwar bei vollem Lohnausgleich. Dahinter steckt die Erkenntnis: „Mehr Freizeit pro Tag kann auch mehr Kreativität bedeuten.“ Vor allem wenn die vielen unnötigen Zeitfresser konsequent ausgeschaltet werden: Benachrichtigungen für Facebook, E-Mail oder WhatsApp stumm schalten, dienstliche Nachrichten nur zweimal am Tag und private gar nicht abrufen, Meeting-Marathons verbannen, strukturiert arbeiten und Prioritäten setzen. Bei einer amerikanischen Firma ist der Umsatz nach der Arbeitszeitverkürzung um sagenhafte 40 Prozent gestiegen.

Vielleicht wird Arbeit schon bald nur noch das Achtelleben sein? Solange der Job Spaß macht, wir ihn als sinnstiftend empfinden und inspirierende Menschen treffen, dürfte die Frage nach der Dauer zweitrangig sein.

Gundula Stoll

Gundula Stoll liest und schreibt seit Anfang 2000 für getAbstract – eine ganze Bücherwand lang.

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