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Sechs Monate DSGVO: Hurra, wir leben noch!

Vor sechs Monaten konnten wir uns vor Einwilligungsmails kaum retten: Am 25. Mai 2018 endete die Übergangsfrist zur Umsetzung der Datenschutzgrundverordnung (DSGVO), die einen einheitlichen Rechtsrahmen für die Verarbeitung personenbezogener Daten in der EU geschaffen hat. Begleitet wurde der Stichtag von großer Unsicherheit und medialer Panikmache. Gerade kleine und mittlere Unternehmen, so hieß es, würden von dem Bürokratiemonster regelrecht erdrückt. Der PayPal-Mitgründer Peter Thiel verdammte die Verordnung gar als „Chinesische Mauer von Europa“ und mit Blick auf die europäische Start-up-Szene als „ganz dummes Eigentor“. Der Bundesverband Digitale Wirtschaft (BVDW) ließ drei Monate nach Inkrafttreten der Verordnung vermelden, dass mehr als die Hälfte der befragten deutschen Digitalunternehmen mit einem Umsatzrückgang rechne. Verbraucherschützer wiederum kritisierten, dass die DSGVO in der Praxis kaum zu einer Ermächtigung der Konsumenten geführt habe. Vielmehr gehe es den meisten Unternehmen nur darum, sich rechtlich abzusichern und eine Abmahnung zu umgehen.

Fest steht: Die von manchen angekündigte Katastrophe ist bisher ausgeblieben. Weder ist eine große Abmahnwelle übers Land gerollt, noch wurden massenweise kleine Handwerksbetriebe oder innovative Start-ups in den Ruin getrieben. Doch was steckt überhaupt hinter dem Versprechen von Big Data, dem vermeintlichen Öl des 21. Jahrhunderts? Noch fehle der passende Motor dazu, so das nüchterne Fazit in dem Bilanz-Artikel Die Big-Data-Lüge. Als „Bullshit-Generator“ bezeichnet ein Medizinstatistiker gar Versuche, Algorithmen zur Diagnose von Krankheiten einsetzen zu wollen. Tatsächlich hat Big-Data-gestützte Werbung bisher nur Google und Facebook echtes Geld eingebracht. Und die DSGVO erschwert es IT-Firmen zusätzlich, irgendeinen Nutzen aus den gesammelten Daten zu ziehen.

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Anders sieht es aus mit der Recherche von Daten: Der Impulse-Artikel Was Google nicht findet ermutigt Unternehmensverantwortliche, lieber ein paar Euro in die kostenpflichtige Datenbankrecherche zu investieren, als sich auf die angeblich allwissende Datenkrake zu verlassen. Doch auch hier ist aufgrund der DSGVO Vorsicht angebracht: Die Verwendung personenbezogener Daten ist nur zulässig, wenn ein berechtigtes Interesse Ihrerseits besteht oder die betreffende Person ihre Einwilligung dazu gegeben hat.

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Dass es bei Big-Data-Anwendungen nicht in erster Linie um den unmittelbaren Cashflow geht, betonen die Autorinnen von People Analytics in der Praxis. Die Datenanalyse macht HR-Verantwortliche vielmehr zu Strategen und Innovatoren, die Zukunft mitgestalten, anstatt Vorkommnisse aus der Vergangenheit zu analysieren. Auch hier gilt: Die Auswertung von Mitarbeiterdaten unterliegt dem durch die DSGVO verschärften Datenschutz. Ein Bezug zu Einzelpersonen darf nur unter besonderen Bedingungen hergestellt werden, und ein Datenschutzbeauftragter sollte auf jeden Fall in alle People-Analytics-Projekte eingebunden werden.

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Letztlich zeigen die Erfahrungsberichte und Praxisbeispiele zum Thema vor allem eines: Daten sind für sich genommen weder gut noch böse, weder profitabel noch unrentabel. Sie sind vor allem das, was Unternehmen aus ihnen machen – vorausgesetzt, die Besitzer der Daten stimmen dem zu. Der ideale Motor zur Datenverarbeitung wurde noch nicht entwickelt, und auch die DSGVO hat nicht alle Probleme beim Datenschutz aus der Welt geschafft. Aber sie ist ein wichtiger erster Schritt.

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