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Sehnsuchtsort blauer Ozean

Der Blick auf das unendlich blaue Meer, das Rauschen des weiten Ozeans: Diese Sinneseindrücke verzaubern, und zwar nicht nur zur Urlaubszeit. Seit gut 13 Jahren regen die Strategieexperten W. Chan Kim und Renée Mauborgne dazu an, das Gefühl der grenzenlosen Freiheit eben nicht auf die kurze Erholungszeit zwischen Meetings, Marketingplänen und Margenwettläufen zu begrenzen. In ihrem Bestseller Der blaue Ozean als Strategie forderten sie 2005 dazu auf, die vom erbarmungslosen Wettbewerb blutrot gefärbten Meere zu meiden und stattdessen die Märkte zu erobern, die es noch gar nicht gibt: die blauen Ozeane.

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Aus blau wird rot – und wieder blau

Die Gedankenspiele der Autoren sprechen Bände: Wer, so schrieben sie damals, hätte sich 100 Jahre zuvor schon Handys und Videorecorder vorstellen können? Und wer, so könnte man heute fragen, erinnert sich im Jahr 2018 noch an Handys ohne Touchscreen und Videotheken mit real existierenden Eingangstüren? Ausnahmenostalgiker bestätigen hier wie immer die Regel – und lassen einst tiefrote Märkte wieder blau werden. Die Schweizer Firma Punkt. hat genau dafür ein Gespür bewiesen: Sie verkauft schlichte Telefone und Uhren, die sich wie einst auf wenige Funktionen beschränken und ihren Besitzern nicht mit unaufhörlichem Pling Plong auf den Wecker gehen.

In vier Schritten zum Ozean der Nichtkunden

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Um neue Perspektiven und die Aufgabe lieb gewonnener Gewohnheiten geht es auch in Blue Ocean Shift, der Fortsetzung zum Erstlingswerk. Im Kern geht es um die Frage: Wie können Sie durch Nutzeninnovationen neue Märkte erschließen? Tatsächlich brauchen Sie gar nicht mit der Killer-App des Jahrzehnts aufzuwarten. Häufig genügt ein frischer Blick auf etablierte Geschäftsmodelle. Zum Beispiel in der Hotelbranche:

 

 

 

  1. Eliminieren Sie den Concierge-Service: Die besten Restaurants finden Gäste ohnehin per TripAdvisor und Google Maps.
  2. Reduzieren Sie die Zimmergröße: In der Regel schlafen Ihre Gäste dort nur.
  3. Steigern Sie die Schlafumgebung: Mithilfe von edlen Accessoires, besserem Schallschutz und schicken Badezimmern.
  4. Kreieren Sie Neues: zum Beispiel Self-Check-Stationen oder einen gemeinsamen Wohnbereich für Gäste.

Starbucks verkauft auch nur Kaffee

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Der Reiz blauer Ozeane liegt in ihrer Unverbrauchtheit. Allen, die sich seit Jahren in hart umkämpften Gewässern tummeln, geht dafür oft der Blick verloren, behaupten Kim und Mauborgne in ihrem Artikel Gefangen in roten Ozeanen. In Wahrheit brauchen Sie weder technische Innovationen noch schöpferische Zerstörung, um neue Nachfrage zu schaffen. Henry Ford hat auch nicht das Automobil erfunden, sondern einen Weg gefunden, es für (fast) jedermann erschwinglich zu machen.

Die gleiche Strategie können Sie übrigens auch in der Mitarbeiterführung anwenden: Nur ein Drittel aller Menschen strengt sich im Job wirklich an, schreiben die Autoren im Artikel Blue Ocean Leadership. Führungskräfte sollten ihre Mitarbeiter nicht als Untergebene, sondern als Kunden betrachten und deren Tätigkeiten analog zur Erfüllung von Kundenbedürfnissen – je nach Erfolgsaussicht – eliminieren, reduzieren, intensivieren oder etablieren.

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Wo die Freiheit grenzenlos ist

Natürlich sind die blauen und roten Ozeane nur Metaphern. Diese könnten ebenso der Bergwelt entlehnt sein. Aber Metaphern sind in der Strategiearbeit eine hilfreiche Brücke zur Umsetzung. Auf jeden Fall lohnt es sich, die Suche nach Ihrem persönlichen Sehnsuchtsort nach dem Urlaub fortzuführen – egal ob im Meer, auf Berggipfeln oder über den Wolken.

Lesen Sie das ZOE-Interview zum Thema mit Thomas Bergen, CEO von getAbstract:
https://www.getabstract.com/m-img/ZOE_2018_02_Bergen.pdf

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