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(5) #workhacks: Zusammenarbeit

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getAbstract im Interview mit Lydia Schültken, Entwicklerin der #workhacks-Methode und Autorin des gleichnamigen Buches

getAbstract: Teamwork ist nicht gleich Teamwork. Warum ist die Qualität der Zusammenarbeit entscheidend?

Im Zusammenhang mit vielen Trends, denen ich in Bezug auf die Arbeit der Zukunft begegne, ist oft von Haltung die Rede, von Achtsamkeit, Atmosphäre, Sinngetriebenheit, Zufriedenheit. Ich finde diese Themen sehr wichtig. Aus meiner Sicht müssen wir stärker reflektieren, was ein Unternehmen davon hat, sich mit psychologischen Effekten zu beschäftigen. Ich kennen viele Change-Berater, Personaler und Organisationsentwickler, die wissen, dass eine gute Form der Zusammenarbeit gewinnbringend ist für ein Unternehmen. Aber Argumente, die auf Erfahrungswissen, Bauchgefühl oder gesundem Menschenverstand basieren, dringen bei zahlengetriebenen Skeptikern nicht durch. Wir müssen die Diskussion auf eine andere Ebene heben. Wir müssen zeigen, dass die Arbeit an so etwas „Weichem“ wie Zusammenarbeit kein hübsches Beiwerk ist, sondern die Grundlage für jetzigen und zukünftigen Erfolg bedeutet.

getAbstract: Was sagst Du denn diesen zahlengetriebenen Skeptikern? Welche Argumente hast du, um sie von der Wichtigkeit einer besseren Zusammenarbeit zu überzeugen?

Ich beziehe mich auf Forschungsergebnisse, die belegen, dass die Arbeitsresultate von Teams besser sind, wenn sie sich sicher fühlen. Allen voran beziehe ich mich auf die Studie von Google: https://rework.withgoogle.com/blog/how-google-thinks-team-effectiveness/

Google hat sich selbst die Frage gestellt, was ein hochperformantes Team, ein so genanntes „rockstar team“, von einem durchschnittlichen Team unterscheidet. Eine beliebte Hypothese, der man auf den Grund gehen wollte, lautete: „Wenn man die besten Individuen zu einem Team zusammenbringt, wird es die besten Ergebnisse bringen.“ Die Studienergebnisse der folgenden Jahre konnten das nicht bestätigen. Die schlausten Leute auf einem Haufen bringen nicht die besten Ergebnisse. Es folgten weitere Hypothesen: Aßen erfolgreiche Teams vielleicht häufiger miteinander zu Mittag, gingen sie gemeinsam aus, hatten sie ähnliche Hobbys oder hatten sie Abschlüsse von der gleichen Universität? Auch hier wurde man nicht fündig. Dann erweiterte Google die Studie mithilfe von Psychologen und Soziologen auf Gruppenverhalten. Man bezog ungeschriebene Gesetze der Teamkultur wie Konfliktverhalten, Diskussionsfreude, Rückhalt, Toleranz etc. ein. Man erkannte, dass die Teamkultur mehr Einfluss auf das Verhalten der Gruppenmitglieder hat als individuelle Faktoren. Das Konzept der psychologischen Sicherheit geht auf Amy Edmonson zurück, eine Professorin in Harvard. Die Forschungsergebnisse von Google ließen sich plötzlich in diesem Begriff zusammenfassen. Auch wenn es noch weitere Muster bei den Erfolgsteams gibt, so ist die psychologische Sicherheit doch mit Abstand der wichtigste Faktor.

getAbstract: Sollten Unternehmen, die herausragende Teams haben wollen, also nicht so sehr auf den Lebenslauf einzelner schauen, sondern eher Wege zur besseren Zusammenarbeit aufzeigen?

Ja, genau. Was wir uns jetzt viel systematischer und ernsthafter anschauen müssen, ist das Zusammenspiel von Menschen. Psychologie, Verhaltensmuster und Dynamiken sind als Themen nicht sehr populär in Unternehmen. Das wird viel zu oft noch belächelt und als softes „Nebenbeithema“ abgehandelt. Ich denke, dass wir da noch viel Arbeit haben.

Wenn Erfolg durch die Entwicklung von neuen, komplexen Lösungen definiert wird und ein Unternehmen jetzt und in Zukunft erfolgreich sein will, dann sollte es sich darauf fokussieren, die psychologische Sicherheit in Teams systematisch zu entwickeln. Die Arbeit mit Führungskräften in Führungsseminaren ist damit hoch zweifelhaft, da diese meist die psychologische Sicherheit nicht erhöht. Psychologische Sicherheit ist die Folge guter Gruppendynamik. Die Auswahl und Gruppierung der vermeintlich Besten führt daher nicht zwangsweise zum besten Ergebnis. Damit entfällt das Argument: „Mit meinen Leuten geht das nicht.“

getAbstract: Dazu unterhalten wir uns weiter im getAbstract Webinar am 24. April um 15 Uhr! Registrieren können sich unsere Leser kostenlos über den folgenden Link:

https://attendee.gotowebinar.com/register/6097181642772227

Bis dahin – let’s hack!

Über Lydia Schültken

Lydia Schültken hat die Workhack-Methode entwickelt. Sie berät gemeinsam mit ihrem Team einzelne Teams oder ganze Organisationen darin, wie diese mit kleinen, minimalinvasiven Eingriffen große Veränderungen herbeiführen können.

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