Erfolgreich handeln getAbstract

Innovationen: Schneller ist besser

Kennen Sie Nest? Das Unternehmen ist im boomenden Smart-Home-Markt inzwischen eine große Nummer. Vernetzte Rauchmelder, Thermostate, Überwachungskameras, Funktürklingeln mit Smartphone-Anbindung gehören zum Portfolio. In die Schlagzeilen geriet das Unternehmen 2014, als Google es sich einverleibte: für satte 3,2 Milliarden Dollar. „Google will in Ihr Schlafzimmer“, titelte ein großes deutsches Wochenmagazin damals.

Im Sprint zum „next big thing“

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Ob das nun der nächste Baustein für den Google-Überwachungsstaat ist, darum soll es hier nicht gehen. Stattdessen um die bemerkenswerte Geschwindigkeit, in der bei Nest und anderen Unternehmen neue Produkte marktreif gemacht werden. Verantwortlich ist in diesem Fall unter anderem die Sprint-Methode. Was das ist? Ein Produktentwicklungsprozess, der nach dem „Wir fackeln nicht lange“-Prinzip funktioniert. Kein Zufall ist auch, dass ausgerechnet drei Mitarbeiter der Venturecapital-Gesellschaft GV (früher als Google Ventures bekannt) diese Methode entwickelt und einen Bestseller dazu geschrieben haben: Sprint – Wie man in nur fünf Tagen neue Ideen testet und Probleme löst.

Fünf Tage reichen aus

Sprint wurde in zahlreichen Workshops mit Start-ups getestet und für gut befunden. Die Methode beruht auf zwei Thesen. Erstens: Traditionelle Brainstormings führen oft zu nichts, weil die genialen Ideen Einzelner im Gebrüll der Gruppe untergehen. Zweitens: Ohne Zeitlimits dauern Entwicklungen zu lange, weil die Aufschieberitis einzieht. „Durch die Sprint-Arbeit mit unseren Start-ups kürzen wir endlose Debatten ab und komprimieren Monate zu einer einzigen Woche“, schreiben Jake Knapp, John Zeratsky und Braden Kowitz. Ihnen reichen fünf Tage, um neue Produkte zu entwickeln, Designs zu verbessern oder die Kundenerfahrung auf ein neues Level zu heben. Das geht so:

  • Montag: Thema definieren, Experten befragen, erfolgversprechendstes Ziel aussuchen.
  • Dienstag: Jedes Teammitglied denkt sich Lösungsideen aus, die neutral und anonym von einem Moderator präsentiert werden.
  • Mittwoch: Die beste Idee wird ausgewählt und ein Storyboard für einen Prototyp und die Kundeninteraktion wird erstellt.
  • Donnerstag: Der Prototyp wird erstellt.
  • Freitag: Testkunden bewerten den Prototyp – ihre Anmerkungen geben Anregungen für die Weiterentwicklung.

Dass Sprint funktioniert, beweisen die zahlreichen Fallstudien, die sich auf https://sprintstories.com versammeln.

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Die Sprint-Methode ist überzeugend: unkompliziert, fokussiert und schnell. In eine ähnliche Kerbe schlägt auch Axel Schröder mit seinem Buch Agile Produktentwicklung:
Schneller zur Innovation – erfolgreicher am Markt. Die aus der Softwarebranche kommende Agilität führen hier unter anderem Manager von Siemens, Bosch oder Trumpf vor. Auch sie verwenden einen – allerdings 14-tägigen – Sprint-Prozess, um möglichst rasch zu Lösungen zu kommen. Denn Schnelligkeit spielt in der Softwarebranche, für Apps, aber auch Hardware und innovative Dienstleistungen eine so große Rolle wie nie.

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Das Autorenkollektiv des Handbuchs zum Thema Design Thinking unterstreicht vor allem die Notwendigkeit, schnell einen Prototyp zu bauen: „Design Thinker sind generell praktisch veranlagt. Anstatt Konzepte lange und theoretisch zu diskutieren, bauen sie lieber Prototypen und setzen diese der Realität aus.“ Die zeitlichen Vorgaben sind nicht so eng wie beim Sprint, auch eignet sich der Prozess eher für gänzlich neue Ideen. Der Entwurf eines Prototyps ist dann der ideale Ausgangspunkt für Kunden, die anfangs noch gar nicht wissen, was sie eigentlich wollen.

Christian Mascheck

Christian Mascheck schreibt seit 2000 für getAbstract und hat annähernd 300 Wirtschafts- und 200 Klassiker-Abstracts verfasst. Er arbeitet als freier Journalist, PR-Berater und Content-Marketing-Spezialist in Hamburg.

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