Erfolgreich handeln Gesund leben getAbstract

Klein anfangen, immer weitermachen und groß aufhören

Schon Hermann Hesse wusste es: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…Vor allem im neuen Jahr, wenn kein Blatt Papier zwischen uns und unsere guten Vorsätze passt.

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Nur: 25% davon haben wir bereits aufgegeben, bevor der Januar um ist.  Kein Wunder, behauptet Stephen Guise, Autor von Viel besser als gute Vorsätze, denn die meisten dieser Vorsätze sind entweder zu ambitioniert, zu allgemein oder beides zusammen. Der ehemalige Sportmuffel hat mithilfe der Minigewohnheiten-Methode sein Leben verändert. Am Anfang stand ein einziger Liegestütz pro Tag. Rasch wurden daraus mehrere, bis er ohne Bewegung nicht mehr auskam.  Entscheidend ist laut Guise, die Gefühle aus dem Spiel zu nehmen. Denn die sind bekanntlich Launen unterworfen. Hingegen: „Willenskraft ist verlässlich (solange sie uns nicht ausgeht).“

Die unterschätzte Ressource

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Damit das nicht passiert, schlägt Michael Langheinrich in Willenskraft vor, diese wie einen Muskel zu trainieren. Er meint, dass Disziplin und Durchhaltevermögen aufgrund des ideologischen Missbrauchs durch die Nazis in Deutschland zu Unrecht einen üblen Ruf genießen. Tatsächlich entscheiden Selbstdisziplin und Willenskraft nach Ansicht des Autors über Erfolg und Misserfolg im Leben. Britische Forscher haben außerdem herausgefunden, dass wir unser Verhalten erst nach 18 bis 220 Tagen ständiger Wiederholungen nachhaltig verändern. Das sind viele Tage potenzieller Angriffe durch unseren inneren Schweinehund. Auch Langheinrich rät, diesen mithilfe der Macht der Gewohnheit in die Flucht zu schlagen. Sein Leitspruch: „Erfolg beginnt im Kopf, Misserfolg leider auch.“

Haben oder später haben? Das ist hier die Frage!

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Die wissenschaftliche Grundlage für diese und andere Ratschläge lieferte der Psychologe Walter Mischel schon in den 1960er-Jahren. Er stellte vier- bis sechsjährige Kinder vor die Wahl, sofort einen Marshmallow zu essen – oder in 20 Minuten zwei zu bekommen. In Der Marshmallow-Test erzählt er die Geschichte seines weltberühmten, vielfach zitierten Versuchs und erklärt ganz nebenbei auch das Phänomen der chronisch uneingelösten Neujahrsvorsätze. Die schlechte Nachricht lautet: Die Fähigkeit zum selbstkontrollierten Belohnungsaufschub wird schon im Kindesalter erlernt. Und die gute: Wir können das auch später nachholen. „Die Fähigkeit, sofortige Belohnungen zugunsten künftiger Resultate aufzuschieben, ist eine kognitive Kompetenz, die man erwerben kann“, so Mischel. Zum Beispiel mithilfe von „Wenn-dann-Plänen“, nach dem Motto: „Wenn das nächste Mal eine Schale Chips vor mir steht, dann höre ich nach einer Handvoll auf.“ Und wenn der Countdown zum Jahr 2019 läuft, dann werden Sie wissen, ob die neu angewöhnte Willenskraft ihren Zauber entfaltet hat.

 

Gundula Stoll

Gundula Stoll liest und schreibt seit Anfang 2000 für getAbstract – eine ganze Bücherwand lang.

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