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EUs60th-GER-Blog

„Wir müssen eine Art Vereinigte Staaten von Europa errichten“, forderte Winston Churchill 1946 in seiner berühmten Züricher Rede. Als elf Jahre danach die Römischen Verträge als Gründungsdokument der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EWG) unterzeichnet wurden, saßen die Briten noch nicht mit am Tisch. Heute, zum 60-jährigen Jubiläum am 25. März 2017, sitzen sie nicht länger dort. Ihr leerer Stuhl ist zum Sinnbild einer existenziellen Krise geworden: Es geht die Angst um, dass sich bis zum Jahresende weitere Stühle leeren könnten und das ganze europäische Haus in sich zusammenfällt.

Was ist geschehen? Vor 60 Jahren war die Erinnerung an die Katastrophen des 20. Jahrhunderts noch frisch. Die Gründungsmaxime der europäischen Einigung lautete: Nie wieder Faschismus, nie wieder Krieg – denn beide verursachen nicht nur unendliches Leid, sondern sind auch schlecht fürs Geschäft. Natürlich ging es Frankreich auch darum, der Bundesrepublik mitten im Wirtschaftswundergalopp Zügel anzulegen und den ehemaligen Erzfeind in eine gemeinsame, europäische Richtung zu lenken. Es war ein pragmatisches Kalkül, und es funktionierte. Den ganzen Eintrag lesen »