gA-2016-IBA-Nominees-GER-Blog

„O du wunderschöner Herbst, wie du die Blätter golden färbst“, dichtete einst Theodor Fontane. Ob er damit die Frankfurter Buchmesse meinte und ihre zahlreichen Branchenauszeichnungen, mit denen Jahr für Jahr besonders trefflich bedruckte Blätter – sprich: Bücher – vergoldet werden, ist nicht überliefert.

Einer der wichtigsten und traditionsreichsten dieser Preise ist der getAbstract International Book Award, der seit 16 Jahren an herausragende englisch- und deutschsprachige Business- und Wirtschaftsbücher verliehen wird.

Die Gewinner werden am 19. Oktober um 16:00 Uhr im Lesezelt der Frankfurter Buchmesse bekanntgegeben, doch wir präsentieren Ihnen jetzt schon die fünf Finalisten:

Der fremde Erfolgsfaktor von Jamal Qaiser, erschienen bei Wiley-VCH

Was, wenn man Zuwanderer nicht als Belastung für eine Volkswirtschaft sieht, sondern ganz im Gegenteil als Bereicherung? Jamal Qaiser – selbst einmal aus Pakistan geflohen und heute deutscher Arbeitgeber – gibt die Antwort im Stil einer flammenden Rede für forcierte Einwanderung und aktive Integration von Migranten. Seine These: Um seinen Wohlstand zu sichern, bleibt Deutschland gar nichts anderes übrig, als sich für Zuwanderer attraktiv zu positionieren. Und er belässt es nicht beim hehren Appell, sondern liefert überzeugende Vorschläge, wie wir durch konkrete Maßnahmen, etwa hinsichtlich Steuergesetzgebung, Integration und Schulsystem, aus der Willkommenskultur eine Win-win-Situation für alle Seiten machen können.

Cyberpsychologie von Catarina Katzer, erschienen im Deutschen Taschenbuch Verlag

Die schädlichen Folgen des Internets sind allgegenwärtig: Menschen, die in geselliger Runde nur auf ihr Handy starren; schrumpfende Aufmerksamkeitsspannen; Abstumpfung gegenüber Gewalt, Cybermobbing, Rechtsverletzungen – die Liste ließe sich beliebig fortsetzen. Katzers hervorragend recherchiertes Buch legt schonungslos offen, wohin sich der digitalisierte Mensch entwickelt. Besonders ihre Darstellung der Auswirkungen, die der Internetkonsum auf unser Gehirn und unsere Psyche hat, besitzt durchaus Neuigkeitswert. Außerdem macht Katzer sinnvolle Vorschläge, wie wir das Internet als Bereicherung nutzen können, um nicht unter seinem Einfluss sozial und geistig zu verarmen.

Die digitale Mobilitätsrevolution von Weert Canzler und Andreas Knie, erschienen im Oekom Verlag

Ein kleines Buch, aber ein großer Schritt für die Menschheit: Auf gut 100 Seiten zeigen die beiden Sozialwissenschaftler und Mobilitätsforscher Weert Canzler und Andreas Knie auf, wohin die Reise geht in Sachen Verkehr. Dabei blicken sie weit hinaus über selbstfahrende Autos mit Elektroantrieb. Diese setzen sie als Selbstverständlichkeit voraus in einer Welt, die den Verkehr und nebenbei auch den Städtebau von Grund auf überdenken muss. In ihren hoch innovativen, aber keineswegs unrealistischen Szenarien entwerfen die Autoren eine vollständig vernetzte Verkehrswelt, ein Internet der rollenden Dinge sozusagen, das die Möglichkeiten der Digitalisierung zugunsten von Effizienz und Nachhaltigkeit ausschöpft.

Der Vorstand und sein Risikomanager von Werner Gleißner, erschienen bei der UVK Verlagsgesellschaft

Mit dieser ungewöhnlichen Aufbereitung eines eher sperrigen Themas ist Werner Gleißner ein Bravourstück gelungen. Sein fiktives Gespräch zwischen einem Vorstand und einem Risikomanager haucht dem in vielen Unternehmen vernachlässigten Risikomanagement neues Leben ein, und dies auf mitreißende und sehr informative Weise. Das liegt vor allem daran, dass der Experte aufgrund seiner langjährigen Praxiserfahrung genau weiß, wo vielen Unternehmen der Schuh drückt. Als Leser gewinnt man nie den Eindruck, einer konstruierten Geschichte beizuwohnen. Gleißner gelingt es, im Rahmen des Gesprächs alles Wissenswerte über modernes Risikomanagement selbst für Laien verständlich zu präsentieren.

Wer regiert das Geld? Von Paul Schreyer, erschienen im Westend Verlag

Auch wenn ihm mancher vorwirft, Verschwörungstheorien Vorschub zu leisten – Bestsellerautor Schreyer greift hier eine durchaus reale Frage auf: Wer entscheidet eigentlich, was als Geld anerkannt wird und wer die Kontrolle darüber haben soll? Seine Antwort: Es sind einige wenige Privilegierte, die vom gegenwärtigen System der Geldschöpfung profitieren. Anders nämlich als gemeinhin angenommen sind es nicht die Zentralbanken, die Geld quasi aus dem Nichts erschaffen, sondern private Banken, per Kreditvergabe. Die Gewinne aus der Geldschöpfung verstecken sie geschickt in ihren Bilanzen. Von demokratischer Legitimation kann hier keine Rede sein. Schreyers Vorschlag: Nur noch staatliche Institute sollten zur Geldschöpfung berechtigt sein, als vierte Gewalt neben Legislative, Judikative und Exekutive.

Welche beiden dieser fünf allesamt preiswürdigen Titel schließlich das Rennen machen werden, erfahren Sie dann am 19. Oktober. Wir halten Sie selbstverständlich auf dem Laufenden. Bis es so weit ist, können Sie ja schon mal unsere Zusammenfassungen der nominierten Bücher studieren.

Der fremde Erfolgsfaktor Cyberpsychologie Die digitale Mobilitätsrevolution Der Vorstand und sein Risikomanager Wer regiert das Geld?
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